Versteckter Wasserschaden durch defekte Silikonfuge – Fallbeispiel aus Aschersleben

Versteckter Wasserschaden durch defekte Silikonfuge – Fallbeispiel aus Aschersleben: Schimmel in der Decke durch Badewannennutzung

Einleitung: Kleinste Undichtigkeiten – große Wirkung

Ein unscheinbarer Riss in einer Silikonfuge kann gravierende Folgen haben. Gerade im Badezimmer wirken Wasser und Feuchtigkeit täglich auf Fugen, Anschlüsse und Übergänge ein. Wird eine schadhafte Silikonabdichtung nicht rechtzeitig erkannt oder erneuert, kann Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringen, sich unbemerkt ausbreiten und zu Schimmelbildung in angrenzenden oder darunterliegenden Bereichen führen.

Ein typischer Fall dieser Art ereignete sich bei Familie Nowatzki aus Aschersleben: Die Bewohner der darunterliegenden Wohnung meldeten Wasserflecken mit Schimmelansatz an ihrer Badezimmerdecke – ohne eigene Ursache. Unser Sachverständigenbüro für Schimmelpilzbewertung wurde mit der Ursachenermittlung beauftragt.


Der Schaden: Wasserflecken mit Schimmelbildung an der Badezimmerdecke

In der darunterliegenden Mietwohnung zeigte sich:

  • Ein großer gelblicher Wasserfleck an der Badezimmerdecke
  • Dunkle Schimmelflecken im Randbereich des Flecks
  • Feuchter Putz, teils abgeplatzte Farbe
  • Modriger Geruch in der unmittelbaren Umgebung

Die Mieter hatten den Schaden frühzeitig bemerkt und den Vermieter informiert. Eine sichtbare Leckage in ihrer eigenen Wohnung war nicht vorhanden.


Ortstermin: Die Ursache liegt eine Etage höher

Bei der Begehung der darüberliegenden Wohnung der Familie Nowatzki wurde die Badewanne als Hauptverdächtige identifiziert. Auffällig war:

  • Die Silikonfuge zwischen Badewanne und Wand war teilweise abgerissen
  • Beim Einsteigen und Sitzen in der Wanne senkte sich diese minimal im Wannenträger ab
  • Dadurch kam es zu einer stetigen mechanischen Belastung der Silikonfuge, die sich an einer Seite komplett gelöst hatte
  • Beim Duschen oder Baden lief Wasser hinter die Wanne und drang durch die Estrichfuge in die Decke ein

Über längere Zeit kam es so zu einem unbemerkten Feuchteeintrag in die Deckenkonstruktion, mit der Folge eines Wasserschadens – und in weiterer Folge zur Schimmelbildung in der Decke der Untermieterwohnung.


Messdaten und Schadenserfassung

Im Rahmen der Untersuchung wurden folgende Befunde dokumentiert:

  • Deckenfeuchte im Putz (Untermieterbad): 7,8 CM % – deutlich über dem Normalwert
  • Oberflächentemperatur Deckenfleck: 16,3 °C
  • Relative Luftfeuchtigkeit im Schadensbereich: bis 78 %
  • Materialprobe Putz: Aspergillus versicolor, Cladosporium herbarum nachgewiesen
  • Silikonfuge Badewanne (Oberwohnung): einseitig offen, visuell geschädigt, durchfeuchteter Untergrund

Der Schaden war lokal begrenzt, jedoch mikrobiologisch aktiv, mit deutlichem Schimmelwachstum an der Putzoberfläche der Unterdecke.


Bauphysikalischer Hintergrund: Bewegliche Wannen = Risiko für Fugenabrisse

Badewannen, die auf Trägersystemen montiert sind, können sich bei Nutzung leicht senken, insbesondere wenn:

  • Keine stabile Hinterfüllung vorhanden ist
  • Die Wanne auf einem Kunststoff- oder Hartschaumträger ruht
  • Die Fuge nicht elastisch genug ausgeführt oder zu stark belastet wird

Bei jedem Einsteigen zieht sich die Wanne von der Wand weg, was bei konventioneller Silikonfuge zu Haarrissen oder Ablösungen führen kann. Tritt dies unbemerkt auf, gelangt Wasser hinter die Wanne und kann in die Bausubstanz oder darunterliegende Etagen eindringen.


Was der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes sagt

Der Schimmelleitfaden (UBA 2024) betont, dass Wasserschäden durch defekte Fugen im Badbereich zu den häufigsten Ursachen von Schimmel in Mehrfamilienhäusern zählen. Problematisch wird es, wenn:

  • Wasser unkontrolliert eindringt, ohne sichtbaren Rückstau
  • Kein Bodenablauf oder Dichtsystem vorhanden ist
  • Feuchte unbemerkt über lange Zeit in die Decke zieht

Die Folge ist in vielen Fällen Schimmelpilzbefall in angrenzenden Wohneinheiten, was nicht nur zu gesundheitlichen, sondern auch zu rechtlichen Problemen zwischen Mietern und Eigentümern führen kann.


Unsere sachverständige Bewertung – unabhängig und gerichtsfest

Das Gutachten kam zu folgendem Ergebnis:

  • Der Schaden an der Untermieterdecke resultiert direkt aus dem Feuchteeintrag durch die defekte Silikonfuge
  • Die Schimmelbildung war lokal, aber aktiv und hygienisch relevant
  • Die Badewanne war mechanisch nicht dauerhaft stabilisiert, was zur Bewegung und Fugenbelastung führte
  • Eine technische Sanierung und dauerhafte Vermeidung weiterer Feuchteeinträge wurde dringend empfohlen

Die Lösung zur dauerhaften Vermeidung weiterer Schäden wurde individuell erstellt – die genauen Maßnahmen verbleiben im vertraulichen Teil der Dokumentation.


Typische Warnzeichen für verdeckte Wasserschäden durch Fugenabrisse

  • Wasserflecken an Decken in darunterliegenden Räumen
  • Schimmelbildung rund um Deckenleuchten, Ecken oder Rohrdurchführungen
  • Feuchter Geruch im Bad – ohne sichtbare Ursache
  • Ablösende Silikonfugen an Badewanne oder Dusche
  • Geräusche von Wasser in Wand- oder Deckenbereichen
  • Abgesenkte Fugen – Wanne „zieht“ sich von der Wand

Fazit: Der Fall Nowatzki aus Aschersleben – unscheinbarer Fugenriss mit großen Folgen

Der Fall macht deutlich, dass schon kleinste Mängel im Nassbereich, wie eine abgerissene Silikonfuge, erhebliche Schäden verursachen können – besonders in Mehrfamilienhäusern, wo darunterliegende Wohnungen betroffen sind. Die Betroffenen selbst bemerken das Problem oft erst spät, denn der Wassereintrag erfolgt zunächst verdeckt in der Bausubstanz.

Dank der sachverständigen Untersuchung konnte die Ursache zweifelsfrei festgestellt und ein weiteres Fortschreiten des Schadens verhindert werden. Die Kommunikation mit den Mietparteien und der Eigentumsverwaltung wurde auf Basis unseres Gutachtens sachlich, zielführend und rechtssicher gestaltet.


Feuchter Fleck an der Decke? Ursache unklar? Lassen Sie prüfen.

Verdeckte Feuchteschäden und Schimmel in Decken oder Wandanschlüssen können gravierende Folgen haben – wir helfen, die Ursache fachgerecht zu identifizieren und bieten sachverständige Unterstützung zur Abgrenzung der Verantwortlichkeiten.

Sachverständigenbüro Charles Knepper
06295 Lutherstadt Eisleben – Kirchweg 4
Funk: 0177 – 4007130
E-Mail: gutachter-knepper@online.de

Weitere Informationen:
https://schimmelhilfe24.de
https://holzschutz-gutachten24.de
https://gutachter-knepper.de
https://bauschaden24.eu


Quellen:

  • Umweltbundesamt: Leitfaden zur Schimmelsanierung 2024
  • WTA-Merkblatt E-4-12
  • Eigene Schadensanalyse und Feuchtemessung (Sachverständigenbüro Knepper)

Charles Knepper

öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Halle / Saale

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