Schimmel durch aufsteigende Feuchtigkeit – Fallbeispiel aus Querfurt: Altbau mit Mauerwerksproblemen im Sockelbereich
Einleitung: Die unterschätzte Gefahr aus dem Erdreich
Viele Altbauten, insbesondere solche aus der Zeit vor 1950, verfügen nicht über eine funktionierende Horizontalsperre im Mauerwerk. Das bedeutet: Feuchtigkeit aus dem Erdreich kann ungehindert in die Wände aufsteigen – mit gravierenden Folgen. In Kombination mit fehlender Abdichtung, salzbelastetem Mauerwerk und schlechter Belüftung entsteht ein idealer Nährboden für Schimmelpilz im Sockelbereich von Innenwänden.
Ein solcher Fall führte uns nach Querfurt zu Herrn Malchow, der in einem teilsanierten Wohnhaus aus den 1920er-Jahren lebt. In seinem Wohnzimmer traten Sockelschäden mit Putzabplatzungen, Ausblühungen und schließlich Schimmel auf. Unser Sachverständigenbüro für Schimmelpilzdiagnostik wurde hinzugezogen, um die Ursache zu ermitteln und eine fachliche Bewertung vorzunehmen.
Der Schaden zeigt sich: Feuchte Sockelzone und beginnende Schimmelbildung
Herr Malchow hatte zunächst nur kleine Putzrisse im unteren Wandbereich bemerkt. Im Laufe der Monate zeigten sich jedoch:
- Salzausblühungen an der Innenwand
- Feuchte Stellen im Putz in Wandnähe zum Fußboden
- Ein leicht modriger Geruch
- Schließlich: Dunkle Schimmelflecken im Sockelbereich
Reinigungsversuche halfen nicht. Auch das Raumklima wirkte zunehmend feucht. Das Heizverhalten war normal, die Belüftung regelmäßig. Eine bauliche Ursache lag nahe.
Ortstermin: Deutliche Feuchtigkeit aus dem Untergrund
Beim Ortstermin zeigte sich schnell: Der gesamte Wandfußbereich war stark durchfeuchtet. Auffällig war, dass sich die Schäden ringsum an den Außenwänden im Erdgeschoss zeigten – nicht jedoch an Innenwänden oder im Obergeschoss.
Die Feuchtemessungen bestätigten: Erhöhte Werte im Mauerwerk, insbesondere in Wandbereichen bis ca. 50 cm Höhe – ein klassisches Muster für kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.
Ein Blick auf die Bausubstanz bestätigte die Vermutung: Das Gebäude besaß keine nachweisbare Horizontalsperre, auch eine vertikale Abdichtung im Sockelbereich war nicht vorhanden. Der Bodenanschluss zeigte keinen funktionierenden Feuchteschutz – typisch für unsanierte Altbauten.
Messdaten und Analyse vor Ort
Die Ergebnisse im Überblick:
- Raumtemperatur: 19,5 °C
- Relative Luftfeuchtigkeit: 56 %
- Oberflächentemperatur Sockelzone: 13,8 °C
- Feuchtemessung (CM-Methode): stark erhöht (Werte bis 4,8 CM %)
- Salznachweis (Hygroskopieprobe): positiv – Hinweis auf bauschädliche Salze
- Materialanalyse: kalkhaltiger Putz, nicht feuchteresistent
Diese Werte belegen eine massive Durchfeuchtung aus dem Untergrund – nicht durch ein akutes Leck, sondern durch langjährige kapillare Wasseraufnahme aus dem Erdreich.
Bauphysikalischer Hintergrund: Warum die Feuchtigkeit aufsteigt
Bei fehlender Horizontalsperre kann Wasser aus dem feuchten Erdreich über die Porenstruktur des Mauerwerks kapillar aufsteigen – vergleichbar mit einem Löschpapier, das Wasser nach oben zieht. Je nach Material, Salzgehalt und Witterungsbedingungen steigt das Wasser bis zu einem Meter hoch in die Wand.
Zusätzlich transportiert das Wasser Salze aus dem Erdreich in das Mauerwerk. Diese lagern sich in den Poren ab, können dort hygroskopisch Feuchtigkeit binden – also auch bei normaler Luftfeuchte weitere Feuchte nachziehen. Das Mauerwerk bleibt dauerhaft feucht – ein ideales Biotop für Schimmelpilze.
Bewertung nach dem Schimmelleitfaden und Fachliteratur
Der Leitfaden zur Schimmelsanierung (UBA 2024) erkennt aufsteigende Feuchtigkeit als häufige bauliche Ursache für Schimmelbildung an, insbesondere in älteren Gebäuden ohne Sperrschichten. Die Kombination aus Feuchtigkeit und Salzen gilt als besonders schädlich – nicht nur für die Bausubstanz, sondern auch für die Raumluftqualität.
Solche Fälle sind nicht durch Nutzerverhalten bedingt, sondern müssen baulich abgeklärt und behoben werden.
Unsere sachverständige Bewertung – mit Erfahrung zum Ergebnis
In unserem Gutachten wurde klar dokumentiert:
- Schimmelbildung und Putzschäden entstanden durch kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich
- Das Gebäude verfügte über keine wirksame Horizontalsperre
- Der Sockelbereich war salzbelastet, was die dauerhafte Feuchtigkeit zusätzlich verstärkte
- Die Schäden waren nicht nutzerbedingt, sondern baulich verursacht
Die entsprechenden Maßnahmen zur dauerhaften Abhilfe wurden individuell erarbeitet und in Abstimmung mit den Eigentümern umgesetzt. Die Details der Sanierung bleiben wie immer vertraulich – sie sind Bestandteil unserer sachverständigen Dienstleistung.
Typische Anzeichen für aufsteigende Feuchtigkeit
- Feuchte Flecken im Sockelbereich von Außen- oder Innenwänden
- Salzausblühungen (weißliche Kristalle)
- Bröckelnder Putz in Bodennähe
- Schimmelbildung auf Putz oder Tapete bis ca. 1 m Höhe
- Muffiger Geruch trotz Belüftung
- Kalter, klammer Wandfußbereich
Warum Altbauten besonders betroffen sind
Gebäude, die vor den 1950er-Jahren errichtet wurden, besitzen häufig:
- Keine oder funktionslose Horizontalsperre
- Kein Feuchteschutz im Sockelbereich
- Historische Baustoffe mit hoher Saugfähigkeit
- Ungünstige Erdanschlüsse (z. B. Innenhofseiten, Bodenkontakt ohne Abdichtung)
Daher gilt: Aufsteigende Feuchtigkeit ist kein Sanierungsnotfall, sondern ein Konstruktionsproblem – mit Langzeitfolgen.
Fazit: Der Fall Malchow – typisches Altbauproblem, fachlich gelöst
Der Fall aus Querfurt zeigt, wie unsichtbare, langsam aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu massiven Schäden im Sockelbereich führen kann – bis hin zur Schimmelbildung in Wohnräumen. Die Ursachen liegen nicht im Verhalten der Nutzer, sondern in der Bausubstanz des Gebäudes.
Durch unsere sachverständige Diagnose mit Feuchte-, Salz- und Materialanalyse konnte die Ursache eindeutig festgestellt und eine nachhaltige Lösung umgesetzt werden – ohne pauschale Sanierung, sondern gezielt auf den Schadensmechanismus abgestimmt.
Feuchte Sockelzonen in Ihrem Haus? Lassen Sie die Ursache professionell klären
Aufsteigende Feuchtigkeit ist kein Schönheitsfehler, sondern ein ernstes bautechnisches Problem. Lassen Sie die Ursache professionell untersuchen – bevor teure Schäden oder Gesundheitsrisiken entstehen.
Sachverständigenbüro Charles Knepper
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Funk: 0177 – 4007130
E-Mail: gutachter-knepper@online.de
Weitere Informationen finden Sie auf:
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https://bauschaden24.eu
Quellen:
- Umweltbundesamt: Leitfaden zur Schimmelsanierung 2024
- WTA-Merkblatt E-4-12
- Eigene Feuchte- und Salzanalyseprotokolle (Sachverständigenbüro Knepper)
