Ein Luftschutzkeller war während des Zweiten Weltkriegs eine häufig genutzte Schutzmaßnahme für die Zivilbevölkerung in Deutschland. Er diente dazu, Menschen vor Bombenangriffen zu schützen und wurde oft in den Kellern bestehender Gebäude eingerichtet. Diese improvisierten Schutzräume waren Teil der Luftschutzmaßnahmen, die durch das Reichsluftschutzgesetz (1935) geregelt wurden.

Merkmale eines Luftschutzkellers
- Lage und Bauweise
- Meistens in den Kellern von Wohnhäusern oder öffentlichen Gebäuden.
- Verstärkte Wände und Decken, oft aus Beton oder massivem Mauerwerk.
- Zugang durch spezielle Luftschutztüren, die Druckwellen und Splitter abhalten sollten.
- Ausstattung
- Belüftungssysteme, um auch bei längeren Aufenthalten ausreichend Luftzirkulation zu gewährleisten.
- Notbeleuchtung durch Kerzen, Gaslampen oder batteriebetriebene Lampen.
- Wasser- und Lebensmittelvorräte für längere Schutzaufenthalte.
- Sitzgelegenheiten wie Bänke oder Klappstühle.
- Schutzmaßnahmen
- Gasdichte Türen und Fensterverriegelungen, um Schutz vor chemischen Angriffen zu bieten.
- Verstärkte Stützkonstruktionen, um bei Gebäudeeinstürzen eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten.
- Notausstiege oder Fluchtwege, falls der Hauptzugang versperrt wurde.
Einsatz während des Zweiten Weltkriegs
Luftschutzkeller waren eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung während der alliierten Luftangriffe auf deutsche Städte. Besonders in stark bombardierten Gebieten wie Berlin, Hamburg oder Dresden waren sie oft überfüllt und boten nur begrenzten Schutz. Viele Menschen überlebten in diesen Kellern, aber direkte Bombentreffer führten oft dazu, dass ganze Gebäude einstürzten und die Schutzsuchenden verschüttet wurden.
Nachkriegszeit und heutige Bedeutung
Nach dem Krieg wurden viele dieser Keller entweder zugeschüttet oder umfunktioniert. Einige existieren noch als historische Relikte oder wurden zu Lagerräumen umgebaut. In manchen Städten sind sie Teil von Museen oder Gedenkstätten, die an die Schrecken des Krieges erinnern.
